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«Im Alltag spüren die Menschen den Druck dort, wo er Kosten und Lebensqualität betrifft»

Für den Schweizerischen Konsumentenbund steht bei der Debatte um die sogenannte 10-Millionen-Schweiz die Konsumentenperspektive im Zentrum: Was bedeutet Bevölkerungswachstum konkret für Alltag, Preise, Mieten, Versorgung und Lebensqualität? Dazu lassen wir wichtige Stimmen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu Wort kommen. Den Auftakt macht Diana Gutjahr, Nationalrätin und Unternehmerin.
Frau Gutjahr, viele Konsumentinnen und Konsumenten spüren im Alltag steigende Kosten, höhere Mieten und mehr Druck auf öffentliche Leistungen. Wo zeigt sich diese Entwicklung aus Ihrer Sicht am deutlichsten?
Diana Gutjahr: Im Alltag spüren die Menschen den Druck besonders dort, wo er direkt ihre Kosten und Lebensqualität betrifft: bei steigenden Mieten, höheren Preisen, überlastetem Verkehr und im Gesundheitswesen. Gerade beim Wohnungsmarkt zeigt sich klar: Die Nachfrage bestimmt den Preis – mehr Nachfrage führt zu höheren Mieten. Gleichzeitig wächst auch der Druck im Gesundheitswesen: Immer mehr Menschen beziehen Leistungen, die finanziert werden müssen.
Was bedeutet zusätzliches Bevölkerungswachstum für Infrastruktur, Versorgung und soziale Systeme?
Mit zusätzlichem Bevölkerungswachstum steigt die Belastung insgesamt weiter – oft ziehen Zuziehende auch Familienangehörige nach. Unsere Infrastruktur und sozialen Systeme kommen dadurch zunehmend an ihre Grenzen.
Warum ist es aus Ihrer Sicht bisher nicht gelungen, die Entwicklung wirksamer zu steuern?
Seit über einem Jahrzehnt wird der Bevölkerung versprochen, dass man handelt – passiert ist jedoch zu wenig. Die Erfahrung zeigt: Ohne verbindlichen Druck werden notwendige Massnahmen immer wieder hinausgeschoben. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir jetzt handeln müssen.
Welche Folgen hätte es aus Ihrer Sicht, wenn die Politik nicht handelt?
Das wird nicht ohne Nachteile gehen – aber Nichtstun hat genauso Konsequenzen, oft noch grössere. Es gibt hier kein „Fünfer und Weggli“. Ich sehe klare Parallelen zur AHV: Probleme wurden zu lange vertagt, und heute stehen wir unter Zeitdruck. Wir tragen Verantwortung gegenüber der nächsten Generation – und sollten Lösungen rechtzeitig, um 11.30 Uhr und nicht erst fünf vor zwölf, anpacken.
Warum ist die Annahme der Nachhaltigkeitsinitiative aus Ihrer Sicht der bessere Weg, damit Alltag, Preise und Versorgung für die Bevölkerung tragbar bleiben?
Die Annahme der Nachhaltigkeitsinitiative ist aus meiner Sicht ein notwendiger Schritt, um diese Entwicklung zu bremsen und besser zu steuern. Sie setzt dort an, wo der Druck entsteht, und schafft Rahmenbedingungen, damit Wachstum wieder besser mit unseren Ressourcen, unserer Infrastruktur und unserem Sozialstaat im Einklang steht. Nur so können wir langfristig die Lebensqualität sichern und dafür sorgen, dass die Schweiz auch für kommende Generationen ein Ort bleibt, in dem man sich wohlfühlt.
Herzlichen Dank für das Gespräch.
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Zur Person:
Diana Gutjahr (geb.1984) ist eine Thurgauer Unternehmerin und Schweizer Politikerin. Seit November 2017 vertritt sie die SVP im Nationalrat.



