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Logistik als Motor für Effizienz und Kundennutzen: ChaLog im Gespräch

Partner & Experten5 Min. Lesezeit

von Redaktion Konsumentenbund

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In unserer Beitragsreihe stellen wir Unternehmen und Expertinnen und Experten aus dem Netzwerk des Schweizerischen Konsumentenbunds vor – Partner, die für Qualität, Verlässlichkeit und echte Kundennähe stehen. Heute: Charly Gfeller, Inhaber und Projektleiter von ChaLog.

Gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen schlummern in Abläufen, Flächen und Logistik oft grosse Potenziale. Charly Gfeller zeigt, weshalb praxisnahe Umsetzung und konsequente Verbesserung entscheidend sind.

Konsumentenbund: Worauf konzentrieren Sie sich bei Ihrer Arbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen?

Charly Gfeller: Ich richte mich hauptsächlich an kleine bis mittlere KMUs. Vieles ist da historisch gewachsen und seit Jahren unverändert geblieben. Mit praxiserprobtem Blick analysiere ich Abläufe und suche Effizienzpotential. Oftmals sehen die Unternehmen vor lauter Wald die Bäume nicht mehr oder das Tagesgeschäft verhindert die geplanten Umsetzungen.

Konsumentenbund: Was wird an einer externen Beratung häufig unterschätzt?

Charly Gfeller: Es ist das Vertrauen! Viele denken, dass ein auswärtiger Berater nur kostet und kaum wirksam helfen kann. Dabei zeigt sich oft, dass die Kosten in keiner Relation zu den, oft langjährigen Effizienzgewinnen stehen.

Konsumentenbund: Welche Philosophie prägt Ihre Vorgehensweise?

Charly Gfeller: Es gibt viele Theorien, langwierige Meetings und Diskussionen. Entscheidend ist das Machen! Umsetzen, beobachten, korrigieren und wieder umsetzen. Der praktische Ansatz wird von den Mitarbeitern verstanden, die damit zu tun haben. In der Führungsetage bleibt es oft bei der Theorie.

Konsumentenbund: Welchen Denkfehler beobachten Sie im Umgang mit Logistik und Effizienz am häufigsten?

Charly Gfeller: Das war schon immer so! Es funktioniert doch! Der Fokus liegt immer im Verkauf und die Macht wird vom Einkauf durchgespielt. Dass eine kostenintensive Logistik durch Effizienzgewinne Entscheidendes zur Margensteigerung und dem Kundennutzen beitragen kann, wird oft verkannt.

Konsumentenbund: Können Sie ein Beispiel nennen, wie sich durch eine Analyse spürbare Verbesserungen erzielen lassen?

Charly Gfeller: Ein, seit über 40 Jahren unverändert genutztes Lager platzte aus allen Nähten. Dies führte zu Unübersichtlichkeit, Chaos, Zeitverlust und Fehlerhäufigkeit. Durch eine Analyse der Stammdaten konnte das Lager neu strukturiert und (in die oft ungenutzte Höhe) ausgebaut werden. Daraus resultierten mehr Platz, schneller Abläufe, weniger Fehler, gesicherte Informationen und mehr Handlungsfläche.

Konsumentenbund: Welche Hinweise geben Sie Unternehmen, die ihre Prozesse erstmals genauer unter die Lupe nehmen möchten?

Charly Gfeller: Schauen Sie genau hin! Wo liegt das Problem! Was sagen ihre Mitarbeiter. Wo leidet der Kundennutzen. Veränderung – als Motor für Wachstum und Beständigkeit!

Konsumentenbund: Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Kundinnen und Kunden in einem Projekt gut eingebunden sind?

Charly Gfeller: Ich höre zu und stelle Rückfragen. Ich dokumentiere mein Vorgehen und die Meilensteine und tausche mich regelmässig aus. Nur wenn beide Seiten am gleichen Strick ziehen, geht es in die richtige Richtung.

Konsumentenbund: Wie gehen Sie vor, wenn unterschiedliche Erwartungen zu Unzufriedenheit führen?

Charly Gfeller: Unzufriedenheit kommt oft von unterschiedlichen Erwartungen. Deshalb muss die Zielvorgabe klar definiert sein und Abweichungen rechtzeitig und transparent kommuniziert werden. Alle Beteiligten müssen im Erneuerungsprozess eingebunden sein und aktiv mitwirken.

Konsumentenbund: Was ist für Sie der zusätzliche Einsatz, der über den vereinbarten Projektfokus hinausgeht?

Charly Gfeller: Ich begleite das Projekt eng, gehe oft in Details und gebe Tipps, die über den eigentlichen Fokus hinausgehen. Auch interessiere ich mich nach Projektabschluss über die fortlaufende Entwicklung. Zudem rechne ich nicht jede Minute ab, sondern agiere oft mit pauschalen Projektpreisen. Der Auftraggeber profitiert so von gesicherten Kosten und Zusatzleistungen.

Konsumentenbund: Sie bezeichnen Logistik als Herz und Rückgrat eines Unternehmens. Weshalb?

Charly Gfeller: Logistik ist kein Kostenfass ohne Boden. Logistik ist das Herz, der Rückgrat eines Unternehmens; ob in der Produktion oder im Handel. Hält man das Herz geschmiert und am Laufen, so zeigen sich Effekte, die den Kundennutzen steigern (auch interne Kunden) und die Gesamtkosten schmälern.

Konsumentenbund: Wo sehen Sie für Unternehmen den grössten politischen oder regulatorischen Verbesserungsbedarf?

Charly Gfeller: Mehr Vernunft, weniger Bürokratie und Formalitäten. Der Staat schreibt oft Dinge vor, damit jeder die Verantwortung weiterschieben kann. Dies bedingt für die Unternehmen immensen Aufwand ohne messbaren Ertrag.

Konsumentenbund: Welche Entwicklungen werden für Unternehmen in den nächsten Jahren besonders wichtig?

Charly Gfeller: Digitalisierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit. An diesen Pfeilern kommt kein Unternehmen mehr vorbei. Es ist jedoch darauf zu achten, dass gezielt agiert wird und nur da angewendet, wo es auch Sinn macht und Nutzen bringt.

Konsumentenbund: Wie wird sich Ihr Fachbereich in den nächsten Jahren aus Ihrer Sicht verändern?

Charly Gfeller: Der Kostendruck wird steigen. Der Fokus auf den Kundennutzen wird wichtiger. Wer die Effizienz anpassen und den Servicegrad steigern kann, wird zu den Gewinnern gehören. Ständige Beobachtung und Anpassung an die aktuellen Voraussetzungen wird zentral.

Konsumentenbund: Welche Rolle spielen Digitalisierung, Daten und Nachhaltigkeit in der Weiterentwicklung von Logistikprozessen?

Charly Gfeller: Die Handhabung und Analyse von Daten steht im Zentrum. Automatisierung bei repetitiven Aufgaben hilft Kosten zu sparen. Der Nutzungsgrad von Flächen muss gesteigert werden. Die Nachhaltigkeit, ob Energie, Materialien oder Tätigkeiten, wird immer wichtiger.

Konsumentenbund: Wie sieht Ihre Vision einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und ihren Kundinnen und Kunden aus?

Charly Gfeller: Es gilt eine Win-Win-Situation zu schaffen. Ganz nach dem Lean-Prinzip soll der Kundennutzen (intern wie extern) an vorderster Front stehen. Ein ständiger KVP-Prozess stellt sicher, dass Veränderung zu Wachstum und Beständigkeit führt. Nicht Visionen und Theorien sollen bestimmen, sondern Effektivität und praktisch umsetzbare Handlungen die, auch im Kleinen, zu sofortigem Nutzen führen.

Über das Unternehmen: ChaLog
Begleitung von kleinen und mittleren Unternehmen bei Logistik-, Prozess- und Effizienzthemen. Inhaber und Projektleiter: Charly Gfeller

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